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Maßnahmen zum Schutz der Anwohner

An Neubau- und Ausbaustrecken wie der Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar muss nach den gesetzlichen Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes im Rahmen der Lärmvorsorge für ausreichend Schallschutz gesorgt werden. Dies kann in Form von aktiven Maßnahmen wie Schallschutzwänden und passiven Maßnahmen wie Schallschutzfenstern erfolgen. Grundsätzlich werden aktive Schallschutzmaßnahmen bevorzugt.

Bei diesem speziellen Bauvorhaben ist darüber hinaus eine Verkehrslenkung des Güterverkehrs geplant: Güterzüge sollen nachts von der Bestands- auf die Neubaustrecke geleitet werden, die mit umfassenden Schallschutzbauwerken ausgestattet sein wird und durch besiedlungsärmere Gegenden führt. Dadurch werden Anwohner der Bestandsstrecke – Riedbahn und Main-Neckar-Bahn – nachts vom Schienenlärm der Güterzüge entlastet.

Zum derzeitigen Planungsstand lässt sich noch nicht sagen, mit welchen Lärmentwicklungen an der neuen Trasse gerechnet werden muss und welche besonderen Schallschutzmaßnahmen eingesetzt werden. Um dies exakt zu ermitteln, müssen zunächst die genauen Zugzahlen sowie vertiefte Untersuchungen zur zukünftigen Entwicklung der Verkehrsströme vorliegen. Im Anschluss daran kann im Verlauf der weiteren Planungen und nach den Schalltechnischen Untersuchungen der Umfang der Maßnahmen festgelegt werden.

Aktive Schallschutzmaßnahmen

Schallschutzwände oder das Besonders überwachte Gleis (BüG) gehören zu den aktiven Maßnahmen des Lärmschutzes. Aktiv nennt man sie deshalb, weil sie direkt am Entstehungsort des Schalls wirken, also unmittelbar am Schienenverkehrsweg.

Beim BüG werden die Schienen regelmäßig auf Unebenheiten geprüft und gegebenenfalls von einem Schienenschleifzug geglättet. Dies führt zu einer Lärmminderung von mindestens 3 dB(A).

Je nach örtlichen Gegebenheiten und Ergebnissen der Untersuchungen, werden bestimmte aktive Schallschutzmaßnahmen umgesetzt. Schallschutzwände haben eine großflächige Schutzfunktion, denn sie wirken hoch absorbierend und verhindern so die Entstehung von Schallreflexionen. Beim BüG prüft ein speziell entwickelter Schallmesszug die Schienenoberfläche auf Geräusche verursachende Unebenheiten. Werden die definierten Grenzwerte nicht länger eingehalten, kommt der Schienenschleifzug zum Einsatz und korrigiert die Oberflächenstruktur. Obwohl Erdwälle zum Beispiel eine gute Alternative zu Schallschutzwänden darstellen, erfordern diese einen sehr hohen Flächenbedarf, der in dicht besiedelten Gebieten oft nicht geboten ist und daher seltener Anwendung finden.

Passive Schallschutzmaßnahmen

Sobald Schallschutzwände nicht für den notwendigen Schutz sorgen können, da dies aus städtebaulicher oder topografischer Sicht nicht möglich ist, kommen ergänzend oder ausschließlich passive Maßnahmen zum Einsatz. Anwohner haben Anspruch auf passiven Schallschutz, sobald die gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte am Tag oder in der Nacht nicht eingehalten werden können. An den betroffenen Gebäuden werden dann schalltechnische Verbesserungen durchgeführt, wie der Einbau von Schallschutzfenstern und schalldämmenden Lüftern.